
Katrin Bittl, 1994 in München geboren, studierte bis 2023 an der Akademie der Bildenden Künste in München. Eine zentrale Auseinandersetzung ihrer künstlerischen Arbeit stellt die Dekonstruktion von Körper- und Handlungsnormen da. Insbesondere die Körperwahrnehmung von Frauen mit Behinderungen untersucht sie mittels Selbstportraits und Videoperformances. Dabei greift sie oft auf private Alltagsgegenstände und Pflegehilfsmittel zurück, um die Interaktion zwischen Mensch, Maschine und Natur auf eine ungewöhnliche Weise darzustellen. Einen besonderen Fokus legt sie auf eine möglichst direkte Sichtbarmachung, aber dennoch unaufdringliche Konfrontation mit diversen Körpern. Die Verortung ihres eigenen Körpers in der Pflanzenwelt wirft Fragen über „Care Arbeit“, den Fürsorgebegriff und gesellschaftliche Leistungsideale auf.
Neben der Dekonstruktion von Körperbildern erforscht Bittl auch körperliche Anpassungsstrategien an die Umwelt, insbesondere in Bezug auf die Erfüllung grundlegender Bedürfnisse. Sie hinterfragt, wie verschiedene Körperlichkeiten den Zugang zu grundlegenden Bedürfnissen beeinflussen und welche physischen und gesellschaftlichen Hürden dabei überwunden werden müssen. Hierbei realisiert sie neue Bildwelten, die die Diskrepanz zwischen körperlicher Konstitutionen und gesellschaftlicher Strukturen darstellen.
Außerdem ist sie als freie Autorin tätig und schreibt zu den Themen Intersektionalität von Frauen mit Behinderung, Kunst und Inklusion.